QE-Bilanz 2025/26 1.Halbjahr
Berufliche Schule Riedlingen
Weiterentwicklung der 2BFS
Die Zweijährige Berufsfachschule geleitet von der Schulartverantwortlichen Frau Bez stärkt sowohl die berufliche Orientierung als auch die persönliche Entwicklung der Schüler*innen. Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der beruflichen Grundbildung: Durch Betriebsbesichtigungen – etwa beim SWR Studio Ulm, der Stöhr Logistik GmbH, dem Gesundheitszentrum Federsee, dem Küchenzentrum Marchtal oder Trigema – sowie durch den Besuch verschiedener Ausbildungsmessen erhalten die Jugendlichen frühzeitig praxisnahe Einblicke in unterschiedliche Berufsfelder. Ergänzend dazu unterstützen Bewerbertrainings der Kreissparkasse Biberach und die Besuche der IHKAusbildungsbotschafter den Übergang in die duale Ausbildung. In der Juniorenfirma setzen die Schüler*innen gemeinsam mit Herrn Thömmes theoretisches Wissen praktisch um, beispielsweise beim Verkauf von Produkten, der Arbeit mit Katalogen oder der Organisation eines Getränke- bzw. Snackautomaten.
Neben der beruflichen Orientierung spielt die persönliche Entwicklung eine ebenso wichtige Rolle. Die Lernberatung unterstützt individuelle Lernstrategien, während Präventionsschulungen der Polizei Themen wie Internetkriminalität und Suchtmittelkonsum aufgreifen.
Im Januar 2026 startete das Projekt „Schulacker“ unter der Leitung von Frau Magino und Frau Lemke mit einer pädagogischen Begleitung durch Acker e.V. Hierbei geht es vor allem um die Entwicklung von Wertschätzung für die Umwelt und Lebensmittel, zudem um das Verständnis für ökologische Zusammenhänge und die Stärkung der Selbstwirksamkeit. Die selbst angebauten Pflanzen können im Fach Berufspraktische Kompetenz weiterverarbeitet werden; zudem wird eigenes Saatgut gewonnen, sodass ein nachhaltiger Kreislauf entsteht.
Absentismusprävention an der Beruflichen Schule
Seit diesem Schuljahr wird schulweit ein neues Präventionskonzept zur Reduzierung von Fehlzeiten umgesetzt. Unser Ziel ist es, Schulabsentismus frühzeitig zu begegnen und unsere Schüler*innen nachhaltig zu unterstützen – nicht nur durch klare Regeln, sondern vor allem durch Prävention und Beziehungsarbeit.
Im Mittelpunkt steht eine positive Schulatmosphäre, in der sich junge Menschen wohlfühlen und gerne am Unterricht teilnehmen. Dazu gehören unter anderem zweimal wöchentlich stattfindende Spieletage in den Pausen sowie zwei neue Arbeitsgemeinschaften: eine Yoga-AG von Frau Braun geleitet und eine Kletter-AG (im Frühling geplant). Beide Angebote fördern Gemeinschaft, Ausgleich und persönliche Entwicklung.
Ein zentrales Element ist unser Beratungsteam, bestehend aus unseren zwei Beratungslehrkräften, Frau Kretschmar und Herrn Hudjera, und unserer Schulsozialarbeiterin, Frau Tress. Das Team unterstützt Schüler*innen bei Konzentrations- und Motivationsproblemen, Prüfungsängsten, Mobbing, Konflikten oder familiären Belastungen. Ziel ist es, Probleme frühzeitig aufzufangen, bevor sie zur Schulvermeidung und Leistungsabfall führen.
Parallel dazu arbeiten wir mit einem transparenten Stufenmodell bei erhöhten Fehlzeiten – beginnend mit Gesprächen mit der Klassenlehrkraft über die Einbindung des Unterstützungsteams bis hin zu Elterngesprächen und, wenn notwendig, disziplinarischen Maßnahmen. Dabei gilt stets: Unterstützung hat Vorrang vor Sanktion. So gestalten wir Schule als Lern- und Lebensraum, in dem Verlässlichkeit, Wertschätzung und Gemeinschaft im Mittelpunkt stehen.
Demokratiebildung gemeinsam mit der Stadt Riedlingen
Am Anfang des ersten Schulhalbjahres besuchte Bürgermeister Marcus Schafft unsere Auszubildenden des zweiten Lehrjahres im Beruf Verwaltungsfachangestellte/r. Der Austausch zu seinem Werdegang einschließlich Jurastudium ergänzte den Unterricht im Fach Öffentliches Recht. Im Fokus standen Aufgaben und Herausforderungen eines Bürgermeisters, insbesondere als Leiter der Gemeindeverwaltung und Vorsitzender des Gemeinderats. Zudem hat er mit uns die Tagesordnung der nächsten Gemeinderatssitzung besprochen.
Eine Woche später nahmen die Auszubildenden mit Frau Dumortier und Herrn Trotter an der Gemeinderatssitzung in Riedlingen teil. Auf der Tagesordnung standen unter anderem die Verlegung und Beweidung des Rötenbachs, der Lärmaktionsplan, Bauprojekte und Bauplätze sowie Stromlieferungen bis 2029. Die Auszubildenden erhielten an diesem Abend einen unmittelbaren Einblick in die Vielseitigkeit kommunalpolitischer Verantwortlichkeiten und Entscheidungsprozesse, den der reine Theorieunterricht nicht abbilden kann.
Die Zusammenarbeit mit der Stadt Riedlingen konnten wir durch einen Besuch der Sonderausstellung zum Gesundheitswesen im Stadtmuseum Riedlingen vertiefen. Diese Sonderausstellung ist für unsere Schulgemeinschaft besonders bedeutsam, da sich das heutige Schulhaus im ehemaligen Krankenhaus befindet. Die Schüler*innen der Wirtschaftsoberschule erhielten beim Besuch des Stadtmuseums von Frau Kniele und Herrn Dr. Reichelt wichtige Informationen zu Kontinuitäten und Wandel im lokalen Gesundheitswesen sowie zur Geschichte unserer Stadt.
Schulidentität gestalten: AG Schulgeschichte
Die von Herrn Trotter geleitete AG Schulgeschichte verortet die Entwicklung der Schule in der Regional- und Zeitgeschichte und untersucht die bewegte Geschichte des Schulgebäudes, mit besonderem Schwerpunkt auf der Nutzung als Krankenhaus in der Zeit des Nationalsozialismus. Begleitet wird dieses Projekt von Historiker Dr. Bernd Reichelt.
Die Erforschung erfolgt über leitfadengestützte Interviews mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die Zusammenarbeit mit Fachleuten aus Archiven, örtlichen Vereinen und der Wissenschaft sowie die Auswertung von Archivmaterialien (Akten, Fotos, Pläne, Presseberichte). Diese Arbeitsweisen stärken die Schüler*innen fachlich und persönlich – sie schulen Quellenkritik, historisches Urteilsvermögen, Recherche- und Präsentationskompetenzen. Ziel der Arbeitsgemeinschaft ist es, die Ergebnisse mit modernen Präsentationsformen den Mitschülern und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Demokratie lernen und leben: Demokratietag
Am Ende des ersten Schulhalbjahres stand die Schule im Zeichen demokratischer Werte. Unter dem Motto „Gemeinsam stark für unsere Demokratie“ nahmen rund 400 Schüler*innen an einem vielfältig gestalteten Demokratietag teil. Federführend waren dabei Frau Majstorovic, Herr Stumpp, Herr Trotter sowie die Fachschaft Religion/Ethik und andere engagierte Lehrkräfte. Anstelle des regulären Unterrichts bot das Programm Workshops, Vorträge, Ausstellungen und Diskussionsformate. Besondere Aufmerksamkeit erhielt der Vortrag des ehemaligen Soldaten Hagen Vockerodt, der persönliche Erfahrungen aus Auslandseinsätzen schilderte und mit den Lernenden in den Austausch trat. Ergänzend fanden Demokratie- und Planspiele der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg und des Kreisjugendrings Biberach statt, dazu ein Demokratiecafé zum offenen Gespräch, die Ausstellung „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“, Gespräche mit den Gemeinderäten Nepumok Ecker und Matthias Fischer sowie Bürgermeister Marcus Schafft, Einblicke in die Arbeit der Judikative durch eine Richterin und eine Ausstellung zur Schulgeschichte. Die Präsentation zur Geschichte des Schulgebäudes – vom ehemaligen Bezirkskrankenhaus bis zur heutigen Nutzung wurde vom Historiker Dr. Bernd Reichelt begleitet, der für Fragen zur Verfügung stand. Einen besonderen Akzent setzten die Beiträge der Auszubildenden Metkel (Eritrea), Saba (Georgien) und Naman (Guinea), die aus eigener Fluchterfahrung über Integrationswege berichteten und die Bedeutung von Sprache und Bildung für gesellschaftliche Teilhabe hervorhoben. Der Demokratietag verdeutlichte, dass Demokratie vom Dialog, von Verantwortung und vom Engagement jedes Einzelnen lebt.
Digitalisierung
Die Digitalisierung an unserer Schule schreitet weiter voran. In Kooperation mit der Erich-Bracher-Schule in Kornwestheim wurden unsere VR-Brillen mit einer weiteren Software namens „Ladenburg“ der Firma ToolboxVR GmbH ausgestattet. Um das AVdual unserer Schule zu stärken, können Schüler*innen künftig in virtuellen Supermärkten zentrale Prozesse des Einzelhandels praxisnah trainieren. Dazu werden wir von der Universität Konstanz wissenschaftlich begleitet, um Erkenntnisse aus dem VR-Unterricht für unsere Unterrichtsentwicklung zu ziehen.
Die bereits eingeführten VR-Module namens „ViRTUWerk“ der Firma New Tec Consulting für unsere Azubis im Metallbereich werden auch in diesem Schuljahr weiterentwickelt. Neben dem allgemeinen Theorieunterricht, kann so mithilfe von VR-Inhalten Theorie mit Praxis unmittelbar verbunden werden. In diesem Schuljahr haben wir die Software um weitere Module und Updates ergänzt.
Aufbauend auf der Weiterentwicklung unserer VR‑Angebote richten wir unseren Blick nun auch verstärkt auf die Potenziale der Künstlichen Intelligenz im schulischen Lernen. Beim Workshop „KI – Gemeinsam die Zukunft gestalten“ diskutierten Lehrende und Studierende der Hochschule Biberach sowie Unternehmensvertreter mit unseren Lehrkräften und unseren Schüler*innen über Chancen und Herausforderungen von KI in Bildung und Arbeitswelt. In einem Barcamp tauschten sie Erfahrungen mit Anwendungen wie ChatGPT aus, wobei besonders die Perspektive der Lernenden zeigte, wie KI bereits beim Lernen und in der Prüfungsvorbereitung genutzt wird.
Schulmarketing
Im ersten Schulhalbjahr 25/26 haben wir unser Schulmarketing-Konzept überarbeitet und weiterentwickelt. Frei nach dem Motto „back to the roots“ wurde wieder mehr Fokus auf Printmedien gelegt. Insbesondere wurde die Bevölkerung im Riedlinger Umland gezielt auf unseren Infotag über eine großflächig angelegte Flyer-Kampagne aufmerksam gemacht – den Besucherzahlen zufolge mit sichtbarem Erfolg. Im Social Media-Segment haben wir ebenfalls neue Impulse in die Tat umsetzen können. So wurden z. B. Sticker, Plakate sowie Aufsteller mit NFC & QR-Code entworfen und angeschafft. Eines unserer Erfolgsrezepte – die zielgruppenorientierte Vorstellung unseres Bildungsangebots an Zubringerschulen – haben wir ebenfalls weiter ausgebaut. Auch unser Messeauftritt wurde weiter gepimpt. Um digitale Inhalte wie Imagefilme oder Virtual Reality-Unterrichtseinheiten auch bei öffentlichen Veranstaltungen präsentieren zu können, haben wir unser Multimedia-Equipment um ein mobiles Messedisplay mit mobilem WLAN erweitert. Last but not least wurde die neue BSR-Box ins Leben gerufen. Die ursprünglich als Gastgeschenk konzipierte – mit neuester Lasertechnik zugeschnittene, anlassbezogen gravierte und mit Riedlinger Pralinen gefüllte – kleine Holzbox wird inzwischen auch von unserer Juniorenfirma „BSR Snack Box“ eingesetzt: In Kooperation mit verschiedenen Riedlinger Konditoreien dient sie als Verpackung beim Vertrieb saisonaler Süßwaren.
Unterrichtsentwicklung im VABO und AVdual
Die Schularten VABO und AVdual, geleitet von unserem Schulartverantwortlichen Herrn Thömmes, verfolgen gemeinsame pädagogische Leitlinien, setzen jedoch unterschiedliche Schwerpunkte in der Förderung der Schüler*innen.
Das Fach Handlungskompetenz ist in der Stundentafel des VABO nicht als eigenes Unterrichtsfach ausgewiesen. Stattdessen wird es integrativ in allen maßgebenden Unterrichtsfächern vermittelt. Die Ziele und Inhalte dieses Fachs sind daher als Querschnittsaufgabe zu verstehen und sollen während der gesamten Lernzeitgestaltung berücksichtigt werden. Handlungskompetenz umfasst die Bereitschaft und Fähigkeit des Einzelnen, in beruflichen, gesellschaftlichen und privaten Situationen sachgerecht, reflektiert sowie individuell und sozial verantwortlich zu handeln.
Für eine erfolgreiche Umsetzung im VABO ist es wesentlich, dass diese überfachlichen Kompetenzen entweder in eigenständigen Übungseinheiten oder angebunden an fachliche Inhalte systematisch eingeübt und weiterentwickelt werden. Ebenso wichtig ist, dass die Förderung der Handlungskompetenz regelmäßig in den gemeinsamen Teambesprechungen thematisiert wird, um eine abgestimmte Vorgehensweise in der Lernzeitgestaltung sicherzustellen.
Das Mathematikmaterial im AVdual wurde von Frau Heim und Herrn Thömmes überarbeitet. Es liegt nun niveaudifferenziert und kompetenzorientiert vor und bietet zudem Möglichkeiten zur Evaluation. So unterstützt das Material sowohl eine individuelle Förderung als auch eine transparente Leistungsentwicklung. Damit leistet es einen wichtigen Beitrag zur Qualitätsentwicklung im Unterricht und erleichtert zugleich die gemeinsame pädagogische Arbeit im Team.









