Katharina Kiseljow verabschiedet
„Die Kiseljow geht“ – „Wer?“ „Na, die Jugendberufshelferin, Brückenlehrerin und Arbeitsberufshelferin der Beruflichen Schule Riedlingen!“
Im Laufe ihrer Tätigkeit hatten sich nicht nur ihre Arbeitsfelder sondern auch ihre Berufsbezeichnung geändert. Stand zu Beginn ihrer Tätigkeit als Arbeitsberufshelferin die Vermittlung von Praktikumsstellen im Vordergrund änderte sich dies mit dem Zuzug der Spätaussiedler in Riedlingen. Als Sprachrohr der Menschen aus den Übergangswohnheimen half sie bei Behördengängen und der Eingewöhnung, die Hilfestellung bei Sprachproblemen wurde zu einem der wichtigsten Arbeitsgebiete.
Wie schwer es ist, in der Fremde Fuß zu fassen zeigte sie in einem Projekt mit Schülern des Berufsvorbereitungsjahres in einem eindrucksvollen Puppen-Theaterspiel. Es spiegelte die Situation vieler Aussiedler wieder und konnte so Verständnis für deren schwierige Startbedingungen wecken. Für dieses Engagement erhielt sie einen Preis der Landesregierung.
In der Fremde die ersten Schritte zu tun und das schwierige Verhältnis von zurückgelassener und neu zu findender Heimat zu bewältigen, war ihr ein weiteres Anliegen, dass sich auch in einer Ausstellung in der Kreissparkasse Riedlingen eindrucksvoll wiederspiegelte. „Das Russlands-Deutsche Haus in Riedlingen“ zeigte den Besuchern die gemeinsame Geschichte von Neuanfang, Zerstörung und Wiederaufbau.
Die hierzu geleistete Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk, dem ökumenischen Freundeskreis, dem Landratsamt, der Stadt Riedlingen und vielen anderen Organisationen setzte sie auch in ihrer weiteren Tätigkeit fort.
Besonders die jungen Mädchen lagen ihr am Herzen, für sie gründete sie einen Gesprächskreis, organisierte in Zusammenarbeit mit dem CJD Sprachkurse und baute so das „Netzwerk für Ausländer“ – wie es damals hieß – mit auf. Hier standen dann Stressabbau und die Vorbereitung auf die Prüfungen im Vordergrund. Mit den Klassenlehrern engagierte sie sich bei Tagen der Orientierung und gab den Aktionen den Namen „Fit für das Leben“ ein Gesicht. Ebenso wenig dürfte sie beim Schlittschuhlaufen oder den Nikolausfeiern fehlen.
Oberstudiendirektor Manfred Rieger dankte Katharina Kieseljow im Rahmen der Gesamtlehrerkonferenz für ihr Engagement und verabschiedete sie in den Ruhestand. Er wünschte ihr mit der Handpuppe, die im Theaterspiel entstanden war – und ihn selber darstellte- alles Gute für den weiteren Lebensweg.

