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01.07.2010

Superschüler suchen den Superlehrer

Vielleicht hätte man die Wirtschaftsoberschüler der Beruflichen Schule Riedlingen zum Gipfel der G 20 nach Toronto statt in die Stadthalle von Dieterskirch bitten müssen. Denn die 20 Abiturienten haben geschafft, wonach die Staatsoberhäupter im fernen Kanada noch vergeblich ringen: Sie haben sich einen Weg durch die Wirtschaftskniese geschneidert. Mit diesem Motto auf ihren T-Shirts mit grüner Leuchtfarbe für alle Zeiten verewigt wollten die Schüler ihren Lehrern im Fach Wirtschaft Studiendirektorin Ursula Schneider sowie Studienrat Matthias Kniese ihre Referenz dafür erweisen, dass so ein Weg immer auch von kompetenten Experten begleitet werden muss. Denn die Klasse, die im September 2008 damals noch mit Daniel Schuhmacher gestartet war, wollte es ihrem berühmten Klassenkameraden gleich tun und Superschüler in einer Superklasse mit Superlehrern werden und das alles unter einem maximal optimierten Leistungseinsatz, der immer unter dem Motto stand: „Feiern und sei es auch zu unhistorischen Momenten“, weshalb der geduldige Besucher an diesem Abend alle, aber auch alle Diashows von den unterschiedlichsten  Exkursionen vorgeführt bekam.

Dass sie ihre Wirtschaftskniese-Lektionen eindrucksvoll gelernt haben und dem etwas ratlos brütenden Merkel-Westerwelle-Team nun durch das Abitur gereift durchaus sachkompetente Stütze sein könnten, bewies die lustige Abituriententruppe allein dadurch, dass sie den Abend in der Stadthalle offenbar auch unter das Motto „Spaß in sparsamen Zeiten“ gestellt hatte, wobei sie sich auch ganz nebenbei unserem smarten Gesundheitsminister in Sachen Diätberatung empfahl. Denn das selbst geschneiderte kalte Buffet war ganz nach der biblischen Gewissheit ausgerichtet, dass auch Hundert satt werden, wo es gerade mal für Zehn reicht, so dass so mancher, der an diesem Abend das saftig gebratene Steak vom Grill ausschlagend auf Essen und Achtelfinalbegegnung verzichtet und sich mit leerem Magen in die Dieterskircher Stadthalle aufgemacht hatte, diese am Ende auch wieder hungrig verließ.

Jede Menge Spiele statt des Aufschnitts aufs Brot gab es dafür nach der Verleihung der Zeugnisse, Preise und Belobigungen durch Oberstudiendirektor Manfred Rieger. In seiner Rede fragte er die Schüler, ob sie denn im Fach Wirtschaft in Sachen Marktsättigung auch immer aufgepasst hätten. Nein, der Weg durch Wirtschaftskniesen sei in der Regel steinhart, wurde er belehrt. Das bekam am Ende der als die rote Ampel ohne Plan verschriene Geschichtslehrer zu spüren, der bei diesem Spiel ganz offensichtlich den Part der Griechen übernehmen musste. Denn dieser hatte seinen Beitrag zu Wachstum und Stabilität, sprich den Obulus für das Nicht-Büffet,  unter dem windigen Hinweis wichtiger Pressearbeit nicht gezahlt, weswegen er aus dem Kandidatenkreis des zu wählenden Superlehrers ausgeschlossen worden sein dürfte.

Mit gekonnt donauschwäbischer Bauernbühnenrhetorik führte Jürgen Seifert durch den bunten und „unvergesslichen Abend“ und moderierte mit Kalauern und Witzchen ("Frau Feldwebel am längeren Hebel") jonglierend den Höhepunkt des Abends, die Wahl zum Superlehrer. Qualifiziert waren und auf die Bühne gebeten wurden neben Manfred Rieger, Ursula Schneider und Matthias Kniese auch noch die Klassenlehrerin Monika Klepsch-Panter sowie die Mathematiklehrerin Katharina Finkbeiner. Zu den erschreckend schwierigen Fragen wie nach dem Elektron im B-Feld, den Bedin-gungen für einen idealen Markt oder der ersten Ableitung von 3x² - 6x³ hatten die Kandidaten auch ihre Gestaltwahrnehmungs- und Analogiebildungsfähigkeiten unter Beweis zu stellen. Hier sollte schlüssig erraten werden, welches ausgewachsene Prachtexemplar von Abiturient sich hinter welchem Babybild versteckte. Und zum Schluss galt es für die Kandidaten noch mit einer Schülerin bzw. Schüler ihrer Wahl einen Walzer zu tanzen. Diesen alles in allem gnadenlosen Wettbewerb gewann mit Abstand Frau Schneider, die mit Geschick bewies, dass der den Sieg schon in der Tasche hat, wer sich den richtigen Partner wählt. Herzlichen Glückwunsch an unsere neue Superlehrerin und herzlichen Dank an die Klasse für den gelungenen Abend. (Dieter Volgnandt)

Das Abitur an der Beruflichen Schule Riedlingen haben erworben:

Manuell Amann, Till Bek, Martina Bierer, Nicole Bleier, Martin Diepold, Helena Erler, Anastasios Fallias, Tim Geißelhardt, ‚Sarah Härle, Susanne Hartmann, Corinna Höfler, Marie-Claire Ihle, Anna Kleebaum, Mariana Leichtle, Janina Maletz, Michael Muuhs, Jonas Rumpel, Sylvia Schöllhorn, Jürgen Seifert, Jennifer Staak.
Preise: Jennifer Staak (1,6): Preis des Landrats; Anastasios Fallias (1,7): Preis der Stadt Riedlingen
Belobungen: Till Bek
 

                     
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Wirtschaftsoberschule Baden-Württemberg