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18.03.2010

Die Sieger und die Turniersiegerbesieger

Ganz im Gegensatz zu uns Schwaben, die zwar alles können  außer den FC Barcelona schlagen, hat der Rest Deutschlands sogar die Fähigkeit entwickelt, die eigentlichen Champions zu entthronen, zumindest in sprachlicher Hinsicht, was uns das schöne Wort "Turniersiegerbesieger" verrät. Man lasse es sich auf der Zunge zergehen wie eine Zitrone-Erdbeereismischung im Sommer, oder man spreche es einfach einmal langsam und deutlich nach, wobei man darauf achte, mit dem tiefen "U" im Unterbauch zu beginnen, sich dann ins spitze "I" zu steigern, mit dem "be" gleich darauf wieder in mittlere Tonhöhen zu verfallen und den Siegern den Todesstoß des Akkusativs zu verpassen, um schließlich zu den eigentlichen Siegern zu kommen. Der folgende Bericht von Eurem Vertrauenslehrer offenbart's.

Am 6. Februar 2002, als der FC St. Pauli die übermächtigen Bayern mit 2:1 wieder auf die Rückreise an die Isar schickte, zog das Wort Weltpokalsiegerbesieger in den deutschen Sprachgebrauch ein. Dass Geschichte sich wiederholen kann, sah man am Samstag, den 06. März 2010 in der Realschulturnhalle in Riedlingen. Dort spielten 9 Mannschaften der beruflichen Schule Riedlingen um den inoffiziellen Titel Schulmeister 2010.
In diesem besagten Turnier schaffte es die Mannschaft Paukers United (unschwer zu erkennen, dass es sich dabei um die Lehrermannschaft handelt) den späteren Turniersieger, die Mannschaft „Locker Flockig“ mit 4:1 zu schlagen. Angeführt vom Sturmführer Matthias Kniese und dem Spielmacher Andreas Häfele spielten sie ein System, welches dem legendären Schalker Kreisel sehr nahe kam und können voll Stolz von sich behaupten, zwar nur ein Spiel im gesamten Turnier gewonnen zu haben, aber wie bereits erwähnt gegen den späteren Turniersieger – Turniersiegerbesieger eben. Für die Chronisten sei jedoch erwähnt, dass auch der FC WO gegen die Mannschaft Locker Flockig gewonnen hat, aber das konnte man ja auch erwarten.
Zum FC WO sei noch so viel zu sagen, dass die Mannschaft, welches das Turnier im letzten Jahr gewonnen hat, sich in diesem Jahr mit einem 3. Platz zufrieden geben mussten, obwohl sie im gesamten Turnier kein Spiel verloren hat. Sie mussten dem Team Locker Flockig den Vortritt für das Finale nur aufgrund des um 3 Tore schlechteren Torverhältnisses lassen.
Im Finale spielte das Team der 1BK1W2 dann gegen den FC Zigeunien, welches aus Spielern aus dem BEJ und BVJ bestand. Diese Mannschaft begann das Turnier ganz schwach und konnte gerade noch so in die Zwischenrunde einziehen, wo sie dann allerdings, angeführt vom überragenden Orhan Özer, schadlos hielten und beide Begegnungen gewonnen haben.
Dass es im Finale dann nicht für den Turniersieg reichte, lag unter anderem auch an der „Frauenquote“, welche besagt, dass Frauentore doppelt zählen. Diese Regelung verhalf der Mannschaft Locker Flockig im Finale beim Stand von 3:3, als ihre Mitspielerin Nicole Hummel zum alles entscheidenden 5:3 getroffen hat. Damit war dann der Widerstand des FC Zigeunien gebrochen und der Turniersieg perfekt. Im Rückblick und mit einem gewissen Abstand muss man aber auch neidlos anerkennen, dass die Mannschaft sehr gut besetzt war und verdientermaßen auch das Turnier gewonnen hat.
Was bleibt uns nach diesem Turnier? Die Erkenntnis, dass der FC WO kein Vorverkaufsrecht auf den Turniersieg besitzt. Dass die Schüler des BVJ bzw. BEJ ein Engagement an den Tag legten, welches wir (Lehrer) uns auch für den Unterricht wünschen. Dass die Frauenquote auch im Sport Einzug erhalten hat. Dass die Unterstützung durch Fangruppen trotz Prämierung mit einem Preis defakto ausblieb, und das am Schluss kein Schüler mehr da war, um beim Aufräumen zu helfen. Tja und das sich Geschichte wiederholen kann – Turniersiegerbesieger eben.

Georg Roth
Vertrauenslehrer
 

 
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