Landkreis Biberach in Baden-WürttembergBerufliche Schule RiedlingenAbitur in zwei Jahren in der Beruflichen Schule RiedlingenGewerbliche BerufsschuleHauswirtschaftliche BerufsschuleKaufmännische BerufsschuleGewerbliche, Kaufmännische und Hauswirtschaftliche Schule
21.12.2009

Und zu Weihnachten jede Menge Projekte und doch kein fliegendes Klassenzimmer

Tja, und siehst du nicht und hörst du nicht, schwupp die wupp die Zeit ist rum und Weihnachten steht vor der Tür. Und nach der Bescherung endet sich das Jahr und mit der großen nachweihnachtlichen Umtauschaktion schleichen sich auch schon wieder die vielen guten Vorsätze zum neuen Jahr in die lieben Geister. Doch bevor wir zu denen kommen, wollen wir lieber mal davon sprechen, was wir gerade hinter uns haben und welche guten Vorsätze zum Schuljahr und zum Lernen wir da immer wieder gebrochen haben.

Aber es ist doch Weihnachten. Weihnachten ist  auch nicht die Zeit der Abrechnung, sondern wenn schon das Fest der Versöhnung und der Besinnlichkeit. Und überhaupt! So schlecht war das Schuljahr doch auch wieder nicht: Da wurde wieder viel gelernt. Na ja, zumindest wurde so getan als ob viel gelernt werden würde. Da wurde gebüffelt, gelacht, gechillt und abgehängt und manchmal auch ein bisschen geliebt und mitunter auch gehasst, geweint, gelitten und gestritten. Denn wir sind schließlich eine Schule und in einer Schule, da werden Menschen mit ihren Schwächen und Leidenschaften ausgebildet und nicht etwa Bremszylinder hergestellt, auch wenn natürlich bei dem ganzen Projekt Schule und Lernen wieder jede Menge Bremsversuche nicht nur von den Schülern unternommen wurden.

Da gab es Projekte; überhaupt Projekte, überall fanden Projekte statt, nicht nur in der WO 2 mit ihren Präsentationen zum Schulmarketing oder etwa zum Musikstandort Ehingen, man lasse sich das Wort einmal auf der Zunge vor und stelle sich dann ein Blasorchester und die Kantorei auf einem Ausleger der Ehinger Liebherrkräne vor. Aber mit Projekten – ein Lieblingswort der Deutschen, wie jeder weiß, der eben faustisch längst schon weiß, was dahinter steckt – wurde nicht nur die WO 2 heimgesucht, auch die Neulinge wurden nicht verschont und aufgefordert, ihre Projektarbeit zu planen, weshalb für beide WO-Klassen jeweils ein Besuch der Landesbibliothek in Stuttgart anstand, wo man dann tatsächlich auch einmal das äußerst seltene Vergnügen bekam, ein Buch auch in die Hand nehmen zu dürfen. Fühlte sich toll an, nicht! So ein echtes Buch. Eine Fahrt, die sich nicht nur für die Bildungshungrigen lohnte, auch wenn man manchmal glauben mochte, für manche stille sich der Hunger endlich am Stuttgarter Bahnhofs - McDonald. Dafür folgte dann die Strafe auf dem Fuß, weil die Deutsche Bahn – weltweit berühmt für ihre äußerste und geradezu meisterhaft präzise Pünktlichkeit – einmal so richtig Verspätung hatte, laut Ansage, weil Personen zwischen Geislingen und Merklingen auf den Gleisen wären, so dass vermutet werden durfte, eine Rentnergruppe des Schwäbischen Albvereins habe sich dort verirrt, was im übrigen weiterhin zur Folge hatte, dass ein Rest der WO2 zu später Stunde ihren Klassenlehrer im Regionalexpress von Ulm nach Riedlingen begrüßen durfte. Er kam mit dem TGV – richtig ausgesprochen hört sich das schnell und geschmeidig an – seine Restschüler mit Verspätung, die so Zeuge werden, dass ein richtiger Lehrer nie Feierabend hat, sondern sein Laptop auf beinharter Grundlage und ohne Rücksicht auf potenzielle Energieverluste zum Einsatz für  das Wohl von Schule und Schülern bringt.

Aber ach, ich liebe es, so heißt es doch über all die Projekte, die von BVJ und BEJ bis zu den Berufsfachschulen sonst noch stattfanden. Das letzte rund ums Thema Wasser in der 2BFH 2, das allen Unkenrufen zum Trotz überhaupt nicht ins Wasser fiel, weshalb wir es vielleicht dem buchstäblich im Skagerrak ersoffenen Klimagipfel zum Vorbild geben dürfen. Dagegeb versuchte sich die 2 BFW2 projektmäßig schon einmal am fliegenden Klassenzimmer, indem sie Reisebüro  simulierten und dabei die schönsten Reisevorschläge zu Klassenreisen austüftelten. Wir werden darauf zurückkommen.

Dazu kamen noch Exkursionen und Veranstaltungen: Man denke nur an den berühmten knieseschen Klettergarten, wo die WO 1/1 ihren Mut am Hochseil zeigte und bewies, dass sie gute Seilschaften auf dem Weg zum Abi bilden kann. Oder die guten Vorsätze zum Theaterbesuch, wo es dann leider nur bei dem einen geblieben ist. Aber das Theaterjahr ist ja noch nicht zu Ende und die tollen Aufführungen kommen noch, auch wenn sie nicht ganz so lustig sein werden, wie vielfach gewünscht.

Und Fußball, also Fußball wurde natürlich auch noch gespielt, und weil unsere Mannschaft gewann, was wäre auch anderes zu erwarten gewesen, kann unser oberster Schul-Ball-Manager seitdem vor Kraft kaum mehr laufen, so dass wir jetzt richtig bei Weihnachten angelangt sind, wo die Lehrer zum Schluss noch einmal richtig etwas tun und ihre Kompetenz zum Thema Leitbild und OES zeigen durften. OES – nicht etwa zu übersetzen mit „ohne einen Schüler“ oder „open end session“ oder wie ganz widerliche Defaitisten manchmal spotten „ohne einen Sinn“ – nein, OES, das ist die "operativ eigenständige Schule" und die wird zur Zeit heftig gebrütet. Und dies wird Euch hoffentlich eines schönen guten Tages  zu Gute kommen.

Und während manche schon nicht mehr da sind, nämlich die Metaller, die am vergangenen Donnerstag ihren Abschied von der Schule hatten und nun als gestandene Industrie- und Feinwerkmechaniker im Betrieb ihren Mann stehen müssen, ist so manches längst noch nicht da: Eine Theatergruppe. Ja, die Schule braucht eine Theatergruppe. Denn so muss die Weihnachtsfeier ohne ein fliegendes Klassenzimmer ins Wasser fallen, weil sonst nur die Lehrer von Zeit zu Zeit in die Luft gehen. Eine Theatergruppe – also ich meine eine, die wirklich mal was auf die Beine stellt und nicht nur ein paar Standbilder mit der Handkamera knipst, bräuchten wir unbedingt, und das zermartert mir schon längst meinen Kopf, auch wenn ich nicht Pfeife rauche und nicht in einem alten Eisenbahnwaggon neben der Schule wohne. Vielleicht macht Ihr Euch mal dazu Gedanken und vielleicht rückt einer mal mit Vorschlägen raus.

Jetzt wünschen wir Euch noch recht schöne Weihnachten. Erholt Euch gut, rutscht problemlos und mit Freuden ins Neue Jahr und kommt gesund wieder und bringt jeder einen Sack voll Schulbegeisterung mit.
 

                                   
internetservice internetso
Wirtschaftsoberschule Baden-Württemberg